Ich dachte immer, später hätte ich mehr Zeit.
Früher dachte ich immer: Später.
Später, wenn die Schule vorbei ist.
Später, wenn ich arbeite.
Später, wenn endlich Wochenende ist.
Später, wenn Urlaub ist.
Später, wenn …
Und dann sind sie doch verflogen. Die Minuten, Tage und Stunden.

Manchmal verschwimmt die Zeit sogar ein bisschen. Was war eigentlich gestern? Was letzte Woche? Und war das schöne Gespräch mit der Kollegin nicht gerade erst … oder ist das tatsächlich schon drei Wochen her?
Irgendwo zwischen Terminen, Wäschebergen und Einkaufszetteln sagen wir ständig: „Nur noch fünf Minuten.“ Fünf Minuten E-Mails. Fünf Minuten am Handy. Fünf Minuten auf dem Sofa.
Komisch nur, dass diese fünf Minuten manchmal ein erstaunliches Talent haben, sich heimlich in eine halbe Stunde zu verwandeln.
Kommt dir das bekannt vor?
Neulich musste ich bei einem Lied von Roger Cicero schmunzeln: Alles kommt zurück. Irgendwie passt das. Erinnerungen, Lieblingslieder, bestimmte Gerüche oder Orte – manchmal reicht ein einziger Moment und wir sind gedanklich wieder mittendrin. Vielleicht vergeht Zeit gar nicht nur. Vielleicht nimmt sie manches mit, um es uns später in einem anderen Licht wieder zurückzugeben.
Wenn wir so zurückschauen, stellen wir fest: Trotz all der fünf Minuten ist ganz schön viel passiert. Menschen sind gekommen. Andere gegangen. Pläne haben sich verändert. Neue Kapitel haben begonnen. Und manches, was damals riesig erschien, spielt heute kaum noch eine Rolle.
Vielleicht hat jede Lebensphase ihre eigene Geschwindigkeit. Und vielleicht ist genau das in Ordnung. Denn am Ende hat alles seine Zeit. Manche Dinge dürfen gehen. Andere bleiben. Und genau sie machen unser Leben zu dem, was es ist.
Grüße von der Taschenuhr,
Marina