Ich sammle jetzt schöne Momente …
Nicht Muscheln. Nicht Briefmarken. Und keine Bonuspunkte.
Wir haben die Halbzeit des Jahres überschritten – und jetzt Hand aufs Herz: Wie läuft es so?
Ich kann sagen: Nicht so, wie ich dachte. Zwischendurch sogar gar nicht. Mein Knie hat mich einfach mal komplett ausgeknockt. Sozialleben? Stark reduziert. Ich hatte sehr viel Zeit, meine Tapete zu studieren.
So gern ich auch mal keine Termine und keine Verpflichtungen habe – das war selbst mir zu ruhig.
Also habe ich angefangen, etwas anderes zu sammeln. Schöne Momente.
Jeden kleinen Fortschritt gefeiert. Den Himmel bewundert, wenn er sich mal wieder in den schönsten Farben zeigte. Besuch von einem Herzensmenschen genossen. Den Austausch mit der Lieblingskollegin. Ein gutes Buch. Ein herzliches Lachen. Die Erkenntnis, dass der Kaffee am Morgen irgendwie doch besser schmeckt, wenn man Zeit hat.
Natürlich zähle ich den Countdown. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich wieder mitten im Leben stehe – im wahrsten Sinne des Wortes.
Aber bis dahin lasse ich mich von den schönen Momenten finden.
Denn wenn plötzlich vieles wegfällt, merkst Du erst, was Dir wirklich fehlt. Und was vielleicht gar nicht so wichtig war, wie Du immer gedacht hast.
Seitdem frage ich mich öfter: Was war heute mein schönster Moment?
Nicht der größte.
Nicht der spektakulärste.
Einfach der schönste.
Vielleicht war es der erste Kaffee auf dem Balkon. Das Rascheln der Bäume im Wind. Ein neuer Trieb an der Zimmerpflanze. Der Geruch von frisch gemähtem Gras. Barfuß durch den Sand zu gehen. Oder jemand, der genau im richtigen Moment fragt: „Wie geht es Dir eigentlich?“
Vielleicht besteht ein glückliches Leben gar nicht aus den großen Ereignissen. Vielleicht ist es am Ende einfach eine ziemlich schöne Sammlung kleiner Momente.

(Bild KI-generiert)
Ich wünsche Dir, dass Du heute einen davon findest.
Herzliche Sommergrüße
Marina