Wenn Kanzleien Alaaf sagen – oder leise „Bitte nicht schon wieder…“
Kaum schlägt der Kalender auf Februar um, steht in Nordrhein die Welt Kopf:
Draußen tanzen Funkenmariechen, drinnen stapelt sich die Arbeit. Während sich die einen in die Bütt stellen, versuchen die anderen verzweifelt, sich in Sicherheit zu bringen und alle gemeinsam die juristische Würde zu bewahren – oder zumindest so zu tun, als hätten wir sie noch. Denn Karneval bedeutet für ReNos, Anwälte und Notare: Terminplanung im Krisenmodus, Straßensperrungen als tägliche Überraschung und Mandanten, die mit einem „Ich bin heute nur zur Sicherheit als Cowboy gekommen!“ ins Büro stürmen. Wer schon einmal versucht hat, Mandanten am Rosenmontag zu erklären, dass nicht jeder Vertrag mit einer Kamelle beglaubigt werden kann, weiß: Die fünfte Jahreszeit bringt ihre ganz eigenen juristischen Herausforderungen. Und spätestens dann ertönt der wichtigste Kanzleigrundsatz des Februars: „Bitte nichts unterschreiben, was glitzert!“
Nordrhein im Ausnahmezustand – und die Kanzlei mittendrin
Besonders spannend wird es, wenn in der Kanzlei sowohl Düsseldorfer als auch Kölner arbeiten. Dann ist die Stimmung oft angeregter als beim Gesetzentwurf im Rechtsausschuss. Die Kölner Kolleginnen und Kollegen rufen begeistert „Alaaf!“, die Düsseldorfer kontern mit einem entschlossenen „Helau!“ und der Rest des Teams versucht, nicht zwischen die Fronten zu geraten. Spätestens wenn der Chef verkündet, dass die Kanzlei diesmal dem Kölner Motto folgt, während die Stellvertretung heimlich Altbier verteilt, hilft nur Humor – und vielleicht Ohropax. Wir ReNos koordinieren Termine, auch wenn die halbe Stadt gesperrt ist, retten Beurkundungen vor dem Konfettiregen und erkennen Mandanten wieder, obwohl sie plötzlich als Pirat, Prinz oder müder Karnevalsflüchtiger auftauchen.
Doch ob mit Glitzerhut oder Fluchtplan, wir halten zusammen. Wir ReNos managen den Ausnahmezustand mit der üblichen Mischung aus Professionalität, Improvisationstalent und einem Augenzwinkern.
Und an alle Reno-Vereine außerhalb der rheinischen Hochburgen: Keine Sorge, der Ausnahmezustand betrifft wirklich nur uns. Wir schicken jecke Grüße und versprechen hoch und heilig: Wenn ihr uns in den nächsten Tagen nicht erreicht, liegt es nicht an fehlender Berufsethik, sondern am Feiertag, Straßenumzug oder plötzlich verschwundenem Kanzleischlips. Ab Aschermittwoch sind wir wieder ansprechbar und absolut konfettifrei.