Burnout: Körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung – Teil 2
In Teil 1 haben wir darüber gesprochen, was ein Burnout ist, wie man diesen erkennen kann und welche Symptome und Beschwerden hiermit einhergehen können. Ebenso wurden mögliche Warnsignale aufgezeigt und welche Ursachen es geben kann.
In dieser Fortsetzung möchten wir Euch nun über die weiteren Persönlichkeitsmerkmale informieren und wie man die Krise eines Burnouts bewältigen kann.
Persönlichkeitsmerkmale, die mit einem erhöhten Risiko für Burnout einhergehen, sind u.a. Perfektionismus, geringe Kompetenzerwartungen, ein sehr starkes Harmoniebedürfnis und die Überzeugung von außen gesteuert zu werden, selbst also wenig an der eigenen Lage ändern zu können. Dabei fördern auch unrealistische Erwartungen an sich selbst Stress. Wer zu hohe Erwartungen an sich stellt, befindet sich permanent im Stress. Es ist immer eine Menge zu tun, weil man sich zu viel auflädt.
Betroffene unterscheiden oft nicht
- zwischen dem, was sie wirklich leisten wollen und was sie leisten können sowie
- zwischen dem, was sie realistischerweise schaffen können und dem, was sie schaffen möchten.
Die Wirklichkeit und Erwartung stimmen nicht überein, was zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität führt und dazu, sich zu viel aufzuladen. Und wer nicht „Nein!“ sagen kann, der fühlt sich irgendwann wie im Hamsterrad oder wie die Marionette, an deren Fäden alle anderen ziehen, nur nicht man selbst.
Personen mit hohem Leistungsstreben setzen sich auch hohe Ziele. Sind diese Ziele allerdings zu hochgesteckt, wird man sie nie erreichen. Vielleicht werden einem zu viele Steine in den Weg gelegt oder man merkt irgendwann, dass man sich schlichtweg überschätzt hat. Beides kann dazu führen, dass man an einem Punkt angelangt, an dem sich die Grundstimmung und die Einstellung zur Arbeit radikal ändern. Statt wie früher begeistert an die zu erledigenden Aufgaben heranzugehen, regt sich nun heftiger innerer Widerstand. Der plötzliche Stimmungswechsel kann ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung von Burnout sein. Leider bemerken die Betroffenen ihre Erschöpfung erst, wenn sie nicht mehr von der anfänglichen Euphorie aufgefangen werden kann. Die dann folgende Ernüchterung und das sich ausbreitende Gefühl der Sinnlosigkeit und Leere kommen daher oft plötzlich, aber dafür umso heftiger.
Wie kann man die Krise bewältigen?
Zunächst muss man die Krise erkennen. Dies bedeutet, es besteht ein Verlust des seelischen Gleichgewichts. Der Betroffene wird mit Lebensumständen konfrontiert, die er im Augenblick nicht mehr bewältigen kann.
Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, welcher mit der betroffenen Person analysieren kann, welche Beschwerden vorliegen und dann ganz individuell eine Behandlung sowie einen Behandlungsplan erstellen kann. Auch kann dieser evtl. zum Psychologen oder Psychiater den Patienten weiterüberweisen. Psychotherapie kann helfen, die Ursachen zu verstehen und auch Strategien zu entwickeln, um die Situation zu bewältigen. Manchmal ist es auch sinnvoll, sich vom Psychiater Medikamente für eine Zeit verordnen zu lassen oder vielleicht eine Auszeit in einer Rehaklinik zu nehmen.
Zusätzlich können Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf, Sport und ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit helfen, die Symptome zu lindern und einem Rückfall vorzubeugen. Ebenfalls kann eine ausgewogene und gesunde Ernährung hilfreich sein.
Auf jeden Fall ist es wichtig, die Anzeichen zu erkennen, wahrzunehmen und zu akzeptieren, aber keinesfalls zu ignorieren und ohne Hilfe versuchen zu wollen, in den Griff zu bekommen.
Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass es jeden aus den unterschiedlichsten Gründen und Lebensumständen jederzeit treffen kann. Fürsorge durch Familie, Freunde, Kollegen etc. ist hierbei sehr wichtig und hilfreich – es muss sich keiner schämen, wenn man mal im Leben die Kontrolle verliert und Unterstützung jeglicher Art benötigt.
Folgende Anlaufstellen können bei Burnout hilfreich sein:
- Hausarzt
- Psychosomatiker/Psychiater/Psychologe
- Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen:
- Telefonseelsorge
- Krisendienste
- Bezirkskliniken
- Burn-Out-Brücke Beratungsstelle
- Krankenkassen
In diesem Sinne bleibt gesund und munter und passt aufeinander auf!
Euer Vorstand